5 Alternativen für Photoshop, InDesign & Co

Wie lange dieser Beitrag auf meiner Liste steht ist unglaublich. Aber da ich bei diesem Thema sehr perfektionistisch bin und nur meine hundertprozentige Empfehlung für Programme aussprechen möchte, die ich über einen längeren Zeitraum getestet habe, hoffe ich, dass ihr mir nochmal verzeihen könnt. Denn das, was ich jetzt mit euch teile, sind wirklich Fundstücke, die überzeugen!

Aber von was, beziehungsweise welchen Programmen spreche ich hier eigentlich? Wie man wahrscheinlich dem Titel entnehmen kann, dreht es sich heute um das Thema Bildbearbeitung. Da ich in meiner Freizeit selbst viel fotografiere und gestalte, habe ich bereits unzählige Apps und Programme getestet und dabei herausgefunden, was für mich funktioniert und was auch nicht. 

Natürlich kommt es immer ganz auf den eigenen Bedarf an, aber mal ehrlich...wer von uns möchte monatlich 10-60 Euro für die Adobe Creative Cloud und Programme ausgeben? Ich definitiv nicht. Und um euch meine jahrelange Testphase zu ersparen, stelle ich euch nun (sehr) gute Alternativen zu den professionellen Adobe Programmen vor. Also legen wir doch gleich mal los!

Einfache Benutzeroberfläche: Canva

Beginnen wir doch mit einer Plattform, die wahrscheinlich vielen bereits ein Begriff ist. Ob Pinterest Grafik, Postkarte, Präsentation, Flyer, Zertifikat oder Zoom Hintergründe - Canva bietet für jeglichen Bedarf Vorlagen, die man individuell mit Hintergrund, Farben, Text, Bildern, Elementen (Icons) und sogar Videos und Musik gestalten kann. Insbesondere für Anfänger oder Social Media Grafiken (Pinterest, Instagram & Co) ist es ein sehr hilfreiches und intuitives Tool, das einem die Arbeit wirklich erleichtern kann. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit direkt auf lizensfreie Stockfotos mit Suchfunktion zugreifen zu können, die man gratis und ohne Probleme verwenden kann. Natürlich kann man aber auch eigene Bilder hochladen. Mehr Inspiration und Beispiele findet ihr hier.

Ich habe die Website persönlich hauptsächlich für kleine Moodboards und Pinterest Grafiken verwendet als ich noch nicht mein geliebtes Programm gekauft habe und war eigentlich immer zufrieden. Aber auch wenn es viele Möglichkeiten bietet, fehlte mir doch irgendwann die Freiheit die einzelnen Elemente zu überlagern und in Ebenen zu arbeiten, weshalb ich nun umgestiegen bin. Ein weiterer Punkt, der auch für Arbeitsgruppen attraktiv ist, sind die sogenannten "Teams", bei denen man per Mail gemeinsam an einem Design arbeiten und das Teilen der Ordner deutlich vereinfachen kann. Wer sich noch mehr Features wie Corporate Identity (CI: Markenimage), eigene Schriftarten, unbegrenzten Speicherplatz und Firmenunterstützung wünscht, kann sich überlegen auf die Pro-oder Unternehmensversion upzugraden. Für Einzelpersonen und kleine Projekte reicht aber vollkommen die kostenlose Variante.

▲ Überall erhältlich (Web, Desktop, App)

✔︎ Vorteil: Kein Abo

✘ Nachteil: Anmeldung notwendig (bietet jedoch die Möglichkeit Grafiken zu speichern)

● Preis: Kostenlos (Pro-und Unternehmensversion ab 8,99-27,00€ im Monat)

Endless Possibilites: PicsArt

PicsArt ist im Grunde ziemlich ähnlich zu Canva, da mit den fast unendlich vielen Möglichkeiten der Kreativität keine Grenzen gesetzt werden. Man hat je nach Bedarf die Möglichkeit sowohl am Computer, als auch in den verschiedenen Apps zu arbeiten. Besonders interessant finde ich den Background Remover (für Collagen), Light Effects, Sketch Effects (z.B. für Lineart), Removal Tool, Change The Sky und natürlich den Meme Generator. Ebenso kann man direkt in PicsArt nach lizensfreien Stockfotos suchen und diese verwenden.



Bei den Apps hat man die Wahl zwischen Photo Studio & Collage, GIF & Video Animator, Color Paint, Video & Movie Editor und GIF & Sticker Editor (siehe Bild oben, von links nach rechts). Für den Anfang finde ich es noch etwas verwirrend, da es gleich so viele verschiedene Apps gibt. Deshalb empfehle ich sich erstmal Gedanken zu machen, was man gerade wirklich umsetzen möchte und dies erstmal im Web zu testen, bevor man sich gleich alle Apps herunterlädt (was man natürlich auch machen kann).

▲ Überall erhältlich (Web, Desktop, App)

✔︎ Vorteil: Kein Abo

✘ Nachteil: Anmeldung notwendig

● Preis: Kostenlos

Das Procreate Dupe: Paper 

Diese App habe ich glücklicherweise und zufällig durch eine Skillshare Klasse der Künstlerin Shantell Martin entdeckt. Paper von WeTransfer  (Datenübertragung) ist sozusagen ein Ort, an dem man digitale Notizbücher für die unterschiedlichsten Zwecke sammeln und bearbeiten kann. Ob Bullet Journal, Sketchnotes, To-Do Listen, Grafiken oder Sketchbooks - hier kann man wirklich kreativ werden! Auch wenn Procreate der Vorreiter und das Non plus ultra ist, wollte ich dieser kostenlosen Variante mal eine Chance geben. 


Natürlich kommt sie nicht an Procreate ran, da man weniger Möglichkeiten (insbesondere in der kostenlosen Variante) hat und beispielsweise nicht mit Ebenen arbeitet. Aber, und das war für mich wirklich ein Pluspunkt ist, dass man Collagen erstellen, und verschiedene Pinsel benutzen kann (besonders gut für Sketches und Konzepte). Ich persönlich besitze keinen Apple Pencil oder ähnlichen Stift. Dennoch konnte ich mit meinem Finger schreiben (Kalligraphie) und zeichnen (Sketching/Lineart). Alles in allem ist es eine sehr gute App, wenn man sich erstmal ausprobieren und mit dem digitalen Zeichnen vertraut machen will. Einfach ausprobieren!

▲ Erhältlich als App

✔︎ Vorteil: Kein Abo

✘ Nachteil: Ohne Premium gibt es keinen Zugriff auf alle Pinsel, Tools und Farben

● Preis: Kostenlos

Better than Lightroom? Photoscape X 

Kommen wir jetzt aber zur ersten Bildbearbeitungssoftware, die ich nun bereits seit Jahren für meinen Blog und eigene Projekte nutze: Photoscape X. Sie erinnert mich sehr stark an Lightroom, da sie die gängigen Bildbearbeitungstools bietet, die man sich für professionelle Bildbearbeitung wünschen kann, und so viel mehr. Leider gibt es das Programm bisher nicht als App, was wahrscheinlich für viele (inklusive mir selbst) sehr hilfreich und attraktiv wäre. Aber wer weiß, vielleicht kommt sie ganz bald.

Das Programm bietet mehrere Optionen in Form von Fenstern, bei denen man bestimmte Techniken anwenden kann. Am meisten nutze ich die Bildbearbeitung für Korrekturen wie Scharf-und Weichzeichner, Kontrast, Temperatur, Farbe und vieles mehr. Da ich oft einen selbsterstellten Filter für meine Bilder verwende und dies nicht immer extra einstellen möchte, habe ich insbesondere die Stapelverarbeitung (Batch) lieben gelernt. Hier kann man eine ganze Serie an Bildern gleichzeitig mit den gleichen Einstellungen bearbeiten und nach Bedarf im Anschluss nur noch Kleinigkeiten an den einzelnen Bildern anpassen. Und als wäre das nicht schon genug, kann man sich auch während der Bearbeitung den Vorher-Nachher-Effekt ansehen, was ich immer sehr gut finde, um nochmal einen Eindruck für die Stimmung zu bekommen, die ein Bild vermittelt und woran man noch arbeiten kann.

Ansonsten empfehle ich auch die Funktion Kombinieren für Collagen oder schlichtweg um Bilder (wie der Name bereits verrät) zu kombinieren, Pinsel, GIF erstellen  und Drucken für eine genauere Layouteinstellung und Vorschau der Bilder vor dem finalen Druck.

▲ Erhältlich für Desktop

✔︎ Vorteil: Kein Abo, Videotutorials

✘ Nachteil: Nur bedingte Sticker und Effekte möglich in der kostenlosen Version

● Preis: Kostenlos oder Pro-Version (43,99€)

The Ultimate Adobe Alternative: Affinity Photo

Und da das beste bekanntlich zum Schluss kommt, präsentiere ich euch nun meinen geheimen Favoriten: Affinity Photo! Für alle, die sich wirklich für Design und Gestaltung interessieren, nicht das Geld für Photoshop, InDesign & Co. haben, sollten sich dieses Programm unbedingt ansehen. Die Cover Grafiken in diesem Post sind übrigens in Affinity Photo entstanden.

Affinity von Serif, dem britischen Softwareunternehmen für Publishing, Grafikdesign und Bildbearbeitung (seit 1987, Nottingham) bietet nicht nur das Bildbearbeitungsprogramm Affinity Photo, sondern auch Affinity Designer (Grafik-und Produktdesign) und Affinity Publisher (spezialisiert auf Publishing Media; Zeitschriften, Flyer, Poster, Bücher uvm.). Auch wenn sich Serif auf Apple Produkte spezialisiert hat, gibt es die Programme nun auch für Windows und hoffentlich auch bald als App für die Android Nutzer unter euch.

The Basic Trio

Photoshop ⇢ Affinity Photo

Illustrator  Affinity Designer

InDesign - Affinity Publisher

Für den Preis, die gestalterischen Tools und Freiheiten, ist Affinity wirklich das meiner Meinung nach beste Dupe zu Adobe. Nachdem ich im vergangenen Jahr erstmalig mit den Adobe Programmen arbeiten durfte, konnte ich den direkten Vergleich zu dem Programm ziehen. Und was soll ich sagen? Ich liebe es! Mit dem Knowhow von Photoshop und InDesign kann man meiner Meinung nach sehr gut mit Affinity arbeiten und genauso gute Grafiken erstellen. Wenn ich beispielsweise meinen Kolleg*innen Grafiken von Adobe vorgelegt habe, konnten sie nicht mal den Unterschied zu Photoshop erkennen, was meiner Meinung nach wirklich sehr für das Programm spricht.

Bisher habe ich ausschließlich Affinity Photo für alle Grafiken und Designprojekte verwendet und bin wirklich mehr als begeistert. Jeder Tag den ich mit dem Programm verbringe, entdecke ich neue Tools und Techniken, die mich in meinem kreativen Prozess begleiten. Nach zwei Jahren Nutzung, ziehe ich nun aber auch die anderen beiden Programme Designer und Publisher in Erwägung, um noch gezielter an den jeweiligen Medien arbeiten zu können. Für den Start empfehle ich aber auf jeden Fall Affinity Photo.

Meine liebsten Tools: Farbpipette, Pinsel, Formen, Auswahlwerkzeug (einfacher als PSD), Liquify (abstraktes Gestalten/Verformen)

▲ Erhältlich für Desktop und iPad

✔︎ Vorteil: Kein Abo, kostenlose Testversion, Videotutorials und Bücher

✘ Nachteil: Kostet und benötigt etwas Übung (wenn man vorher noch nicht PS benutzt hat)

● Preis: 54,99€ (Mac/Windows), 21,99€ (iPad)


Lasst mich gerne wissen, ob ihr an einer Fortsetzung dieses Formates, zum Beispiel zum Thema Videobearbeitung oder lizensfreie Bilderquellen interessiert seid.   

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