Durch den Lockdown und die Zeit im Homeoffice hatte ich auf jeden Fall deutlich mehr Zeit als sonst, um in die Welt der Bücher einzutauchen. Irgendwie kann ich es immer noch nicht glauben, dass wir uns bereits in der zweiten Hälfte von diesem ereignisreichen Jahres und mitten im August befinden. 2020 ist wirklich ein Jahr, das mich und viele andere Menschen auf der ganzen Welt in so vielen Aspekten gelehrt, verändert und geprägt hat. Wenn sich von einen Moment auf den anderen alles verändert, lernt man plötzlich Dinge und Privilegien zu schätzen, die in der Vergangenheit als normal und selbstverständlich galten. Und auch wenn sehr viele negative Dinge in diesem Jahr passiert sind, denke ich ist es wirklich ein Jahr der Selbstreflektion und des Wandels (hoffentlich positiv).
In letzter zeit habe ich mich wieder mehr auf meine Arbeit und Privatleben konzentriert, weshalb hier auf Just Coffee Girl Stillstand herrschte. Und ganz ehrlich, es hat wirklich unglaublich gut getan, sich von Social Media zu distanzieren und an eigenen Projekten und Leidenschaften zu arbeiten. Wie so oft hat man immer das Gefühl, dass heutzutage fast jeder Moment in irgendeiner Weise festgehalten oder geteilt werden muss, da man ihn ja sonst vergessen würde. Aber machen wir und da nicht eigentlich etwas vor? Ist es nicht viel schöner den Moment und das Leben in seiner Unberechenbarkeit in vollsten Zügen zu genießen?
Flying High - Bianca Iosivoni *****
Der zweite Teil meines neuen Lieblingsromans hat mich erneut überzeugt, obwohl ich wegen der Triggerwarnung vorerst zurückhaltend war. Behandelt werden die Themen Social Anxiety (Angststörung), Tod, Verlust und Trauer(bewältigung), Suidialität, Krankheit, Drogenmissbrach und Depression In so vielen Punkten sehe ich mich in Hailee wieder und konnte viele Dinge für mich selbst verarbeiten als ich dieses Buch gelesen habe. Das trifft sicherlich nicht auf jeden zu, aber für mich hat es das und ich bin unglaublich dankbar dafür.
The Secret Deep - Linday Galvin ****
Welche Magie verbirgt sich tief in der See und verlieren wir die wahre Verbindung zur Natur? Der unerwartete Thriller widmet sich in einer abenteuerlichen, spannenden und mystischen Geschichte Unterwasser, die geprägt ist von vielen Plot Twists und Fragen. Die Autorin hat wirklich ein Händchen für das Detail und die Kraft des Meeres und Überleben, die einfach begeistert und einen nicht loslässt. Dieses Buch ist das Gegenteil von langweilig und glänzt nicht nur mit dem Cover!
Queenie - Candice Carty Williams ****
Ein weiteres Buch, dass ich in England (Greenwich) ergattert habe über das Leben, Liebe, Rassismus und Familie. Queenie´s Charakter ist schwer zu beschreiben, deshalb zitiere ich die Buchbeschreibung, die mich vom ersten Moment gepackt hat:
Meet Queenie.
Journalist. Catrastrophist.
Expressive. Aggressive.
Loved. Lonely.
Enough?
Auch wenn es in dem Buch viel um das Thema Sex und Erwachsensein geht, zeigt es doch sehr deutlich, wie stark Rassismus immer noch in unserer Welt vertreten ist und wie stark es die Betroffenen beeinflusst. "You are worthy of love" heißt es in einer Zeile des Buches und das gilt meiner Meinung nach für jeden! Ganz gleich, welche Hautfarbe, Geschlecht, Glaube oder Hintergrund - jeder hat das Recht akzeptiert, respektiert und geliebt zu werden in der Gesellschaft. Eine schöne Abwechslung waren die Textnachrichten oder Mails, die in dem Buch vorkamen, sowie aktuelle gesellschaftskritische Themen wie Soziale Medien oder der Brexit.
Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover ****
Das Buch hatte ich vor einigen Jahren geschenkt bekommen und seitdem lag es nur in meinem Bücherregal. Obwohl ich die Autorin liebe, erschien mir der Titel und die Beschreibung doch etwas kitschig und klischeehaft, weshalb ich es bisher nicht gelesen habe. Und wie falsch ich damit lag...Der Roman behandelt die Themen Liebe, Tod, Trauer, Leben, Freundschaft und Familie auf eine ganz besondere Weise. Insbesondere der Poetry Slam, den ich im vergangenen Jahr neu für mich entdeckt habe, nimmt einen zutiefst mit und lässt einen am Ende mit Tränen in den Augen zurück (kein Spoiler). Außerdem finden sich meiner Meinung nach viele Weisheiten, die nicht nur für Jugendliche, sondern für jedes Alter gelten. Mein liebstes Beispiel: "Urteilt niemals vorschnell über andere und hinterfragt alles".
Göttlich Verdammt - Josephine Angelini *****
Du möchtest einfach mal den News, schlechten Neuigkeiten und Social Media entfliehen und in eine andere Welt eintauchen? Dann ist die Göttlich-Trilogie genau das Richtige! Um ehrlich zu sein habe ich genau diese Form von Geschichte im ersten Halbjahr wirklich gebraucht. Der Fantasy-Nerd in mir kehrt langsam wieder zurück und auch die griechische Mythologie, die in Göttlich behandelt wird, hat mich nicht nur in meine Schulzeit und all die Geschichten über Troja und die Götter zurückversetzt, sondern auch gefesselt. Ihr Schreibstil ist einfach so fließend und spannend, dass es einfach nicht langweilig wird und man das Buch nicht beiseite legen möchte.
Why We Sleep - Matthew Walker ****
Als großer Befürworter der Kraft des Schlafens, musste ich dieses Buch einfach lesen. Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht! Viele Dinge wie z.B. gesundheitliche Aspekte wusste ich zwar bereits, aber dennoch hat es mir nochmal die Augen geöffnet, wie wichtig Schlaf wirklich ist. Insbesondere der Punkt, dass man Schlaf nicht nachholen kann und wie sehr er unser Erinnerungsvermögen (Appell an das Bildungssystem) stärkt, sollte wirklich jeder wissen. Für alle, die das Buch zwar nicht lesen wollen, sich aber trotzdem für das Thema interessieren, kann ich den Ted Talk von Matthew Walker sehr empfehlen.
Everything I never told you - Celeste Ng ****
Wie lange dieses Buch bereits auf meiner Liste stand und mich überall verfolgt hat, könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Und deshalb freue ich mich umso mehr, es endlich gelesen und meine Meinung teilen zu können. Um nicht zu viel über den Inhalt vorwegzugeben, hier mein Fazit: Die Geschichte dreht sich viel um ein tragisches Unglück, Identität (China) und Famile. Es ist schwer zu beschreiben, aber der Schreibstil von Celeste ist sehr stark und ich kann den Hype um dieses Buch wirklich nachvollziehen.
Das Kind in dir muss Heimat finden ***
Auch hier wurde ich mal wieder von Instagram, YouTube & Co angefixt, es zu lesen. Wer sich auch sehr für Psychologie und den Effekt der Kindheit auf unser Gegenwarts-Ich interessiert, der wird sich sicherlich an diesem Buch erfreuen. Die Autorin beschäftigt sich nicht nur theorethisch mit den Thema, sondern gibt dem Leser auch die Möglichkeit durch das innere Sonnen-und Schattenkind die eigenen Kindheitserfahrungen zu kanalisieren und zu reflektieren. Mein Interesse galt besonders dem Thema Selbstschutz durch Projektion (eigene Gefühle auf andere projizieren und aggresive Abwehr von Selbsterkenntnis), Perfektions-und Harmoniestreben. Ich kenne sehr viele Menschen (inklusive mir selbst), die oft ihre Wünsche und Gefühle für andere unterdrücken und gar nicht merken, wie sehr sie sich selbst damit verletzen. Alles in allem fand ich das Buch ziemlich gut, da es einen ganz anderen Blickwinkel auf das Thema bietet, doch für meinen Geschmack haben die Übungen zwischendrin den Leseprozess etwas unterbrochen.
Das wandelnde Schloss - Dianna Wynne Jones ***
Während meiner Obsessionsphase mit den Studio Ghibli Filmen und auf Empfehlung meiner Freundin habe ich endlich den Film "Das wandelnde Schloss" auf Netflix gesehen. Und da es mir so gefallen hat, wollte ich einfach mal das Buch lesen und sehen, ob es denn wirklich besser als der Film ist. Für alle Fans des Buches tut es mir wirklich leid, aber mir persönlich hat der Film einfach besser gefallen und das, obwohl es normalerweise immer genau andersrum ist. Vielleicht hätte sich meine Meinung geändert, wenn ich erst das Buch und dann den Film gesehen hätte, aber ich möchte einfach ehrlich sein. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte einfach wunderschön.
How not do diet - Michael Greger ****
Michael Greger ist bekannt für sein Buch "How not do die", welches seit Jahren in den Bestsellern landet und von vielen geliebt wird. Mir persönlich hat dann aber doch sein anderes Buch zur Ernährung und dem Fokus auf pflanzliche Ernährung und Diätkultur mehr zugesagt. Auch wenn ich selbst fern von dem Thema Diät bin und eher intuitiv esse, wollte ich mehr über vollwertige Lebensmittel und Veganismus erfahren. Man muss zugeben, dass das Buch mit über 600 Seiten Wissenschaft und Wissen gefüllt kein kurzlebiges Buch für zwischendurch ist. Doch wie Michael Greger selbst im Vorwort vorschlägt, kann wirklich jeder für sich selbst entscheiden, wie er das Buch letzendlich verwendet. Ich persönlich habe es wirklich ganz durchgelesen, da ich gerne all sein Wissen und die Fakten lernen wollte, kann mir aber auch gut vorstellen, sich nur bestimmte Kapitel durchzulesen, die für einen selbst relevant sind. Ganz gleich, welche Präferenzen man hat, hat mir How not do diet sehr gut gefallen und mich nochmal darin bestärkt, mich weiterhin pflanzlich und gesünder zu ernähren, um meinem Körper die Nährstoffe und Kraft zu geben, die er braucht.
Atomic Habits - James Clear *****
Be the designer of your world and not merely the consumer of it.
If you want to master a habit, the is to start with repetition, not perfection.
Wenn es ein Buch gibt, dass wirklich jeder lesen kann, dann ist es Atomic Habits. Seit ich meinen Bullet Journal habe, bin ich ein großer Fan davon, meine Gewohnheiten zu tracken. So kann ich nicht nur am Ende des Monats sehen, wie konsequent ich z.B. mein Zimmer sauber halte, sondern auch reflektieren, woran ich noch mehr arbeiten kann. Natürlich muss man es nicht gleich übertreiben, doch es hilft viel mehr sich kleine Ziele zu setzen und auf diesen aufzubauen, anstatt ganz bei Null anzufangen. Deshalb: Ganz gleich welches Ziel man gerade verfolgt, wer die richtige Herangehensweise findet und täglich an sich arbeitet, kann am Ende Großes erreichen!
Educated - Tara Westover ****
Ein ehrliches Memoir über Kindheit, Erwachsenwerden, Religion und wie das Aufwachsen ohne Bildung, Gesundheitswesen. Tara lebte in den Bergen und erzählt von den Erfahrungen, die sie geprägt haben. Von einer zu Hause unterrichteten Frau, die Erniedrigung und Gewalt erfahren musste, nichts über die Welt wusste und sich immer anders fühlte, wird eine nachdenkliche und inspirierende Frau, die in Cambridge und Harvard studiert und ihren Weg geht. Obwohl ich schon immer davon überzeugt war, dass ein Mensch nie auslernt, hat mir das Memoir nochmal vermittelt, dass es nie zu spät ist, sich weiterzubilden und die Welt zu entdecken. Insbesondere für Menschen, die entweder durch ihren Hintergrund, Kindheit oder die Gesellschaft geprägt und/oder verunsichert wurden oder (Ex-)Schüler*innen und Student*innen, ist es eine Lektüre, die endlich die Augen öffnet und Mut macht, wieder Neues zu lernen.
Scars Like Wings - Erin Steward *****
Ava ist nicht der typische Hauptcharakter, den man sich vorstellt. Und genau deshalb liebe ich sie und fühle mich zugleich so sehr mit ihr verbunden. Sie ist bekannt als das "verbrannte Mädchen", dass nach dem Tod ihrer Eltern in einem Feuer mit den Narben leben muss, die ihr gesamtes Aussehen verändert haben. Nach dem jahrelangen Heimunterricht, entscheidet ihr Therapeut, dass es nun an der Zeit ist, wieder in die Schule zu gehen und ein normales Teenagerleben zu führen. Ein Buch über Trauer, Selbstzweifel, Freundschaft und das Leben. Mir haben besonders die vielen Anspielungen auf Musicals und die plot twists gefallen, die der Geschichte ihren ganz eigenen Charakter und Unberechenbarkeit geben.
The Night Country - Melissa Albert ***
Ein weiteres gutes Buch im Genre Fantasy, um die aktuelle Situation für einen kurzen Moment zu vergessen und tief in eine dunkle Welt voller Märchen und Geheimnisse einzutauchen. Auch wenn ich das erste Buch der Reihe mehr mochte, war es dennoch eine gute Lektüre, die man mal zwischendurch lesen kann. Die Liebe zum Detail und der Märchenwelt finden sich in ihrem einzigartigen Schreibstil wieder.
All Along You Were Blooming - Morgan Harper Nichols *****
Zum Schluss habe ich noch einen kleinen Favoriten, über den ich mich täglich erfreue. Als großer Fan von Morgan Harper Nichols und ihrer Poesie, die ich wahrscheinlich viel zu oft auf Pinterest und Instagram teile, habe ich mich umso mehr gefreut, als sie ihr Buch angekündigt hat. Als es mich durch eine Freundin erreicht hat, konnte ich mich nicht mehr stoppen und verschlinge seither regelrecht ihre Worte. Es ist einfach so faszinierend und inspirierend, wie sehr sie mit ihrer Kunst und Worten die Menschen erreicht und bewegt. Hier schweben die Ästhetik und der Inhalt auf der gleichen Ebene, was wirklich nicht oft geschieht.










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